Schließung der LÜBECKER MUSEEN bis zunächst 20. Dezember 2020

Liebe Besucher:innen,

aufgrund der stark steigenden Corona-Infektionszahlen haben Bund und Länder am 26. November 2020 ein neues Maßnahmen-Paket verabschiedet. Dazu gehört auch, dass Einrichtungen und Institutionen, die der Freizeitgestaltung zuzuordnen sind bis zunächst 20. Dezember 2020 geschlossen werden. Auch die LÜBECKER MUSEEN werden daher in diesem Zeitraum ihre Türen schließen. Mehr Informationen finden Sie hier.

  • "Manaf Halbouni - Ostwind", 2020
  • Manaf Halbouni, Installation "Monument" vor dem Brandenburger Tor, 2017
  • Manaf Halbouni, ULTUR, 2020

Manaf Halbouni - Ostwind

29.08.2020 Bis 08.11.2020

Der vorwiegend in Dresden lebende Künstler Manaf Halbouni beschäftigt sich in seiner Kunst unter anderem mit seinen Erinnerungen an den Bürgerkrieg in Syrien. Des Weiteren finden universelle Themen wie Migration, Freiheit, Demokratie und das Potenzial einer offenen Gesellschaft eine Resonanz in seiner Arbeit. 1984 als Sohn einer deutschen Mutter und eines syrischen Vaters in Damaskus geboren, musste er als Kriegsdienstverweigerer Syrien verlassen. Seine Schaffensprozesse in unterschiedlichen Medien, wie Bildhauerei, Zeichnung und Video reflektieren seine eigene Lebenserfahrung zwischen der arabischen Welt und Europa. Bekannt ist er für seine Arbeiten im öffentlichen Raum. Besonders mit dem Projekt Monument, drei vertikal vor der Frauenkirche in Dresden und später dem Brandenburger Tor positionierten Bussen, erregte der Künstler im Jahr 2017 in Deutschland und international einige Aufmerksamkeit .

Nach zahlreichen bundesweiten und internationalen Ausstellungsbeteiligungen von Manaf Halbouni widmet ihm die Kunsthalle St. Annen im Sommer 2020 seine erste museale Einzelausstellung. Diese speziell für das Lübecker Museum für Kunst nach 1945 bis zur Gegenwart entwickelte Schau wird verschiedene Werkgruppen vorstellen. Hierbei bezieht Halbouni die Sammlung der Kunsthalle ein. So finden zum Beispiel die abstrakten Werke von Ernst Wilhelm Nay und des Informel, die unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg in Europa entstanden, eine Resonanz in dem durch Kriegserfahrung und Migration geprägten zeitgenössischen Schaffen des syrischen Künstlers. Die künstlerische Auswahl der Sammlungsexponate für die Ausstellung, bezieht sich dem entsprechend vor allem auf Werke aus der Zeit unmittelbar nach 1945 und auf spätere, in schwarz und grau gestaltete Gemälde, deren erdige Eintönigkeit in der Zusammenschau mit Halbounis Installationen seine spezielle, oft ironische Sicht auf Politik und Gesellschaft reflektiert.

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten von Antje-Britt Mählmann, Lotte Laub und einem Künstlerinterview von Manaf Halbouni mit Ann-Kristin Jürgensen.

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Manaf Halbouni, Monument, 2017, Installation im öffentlichen Raum | Berlin (Brandenburger Tor)
Manaf Halbouni, Mein Land, 2019
Ernst Wilhelm Nay, Der Engel, 1944, Öl auf Leinwand, 81,5 x 100 cm, Kunsthalle St. Annen
Manaf Halbouni, Porträt General Hadid, 2018
Manaf Halbouni, Der General im Urlaub, 2018
Heinrich Vogeler, Die Lerche, 1899, Radierung auf Velin, 15,7 x 16 cm, Die Kunst des Selbstportraits, Sammlung Leonie von Rüxleben, Kunsthalle St. Annen
Manaf Halbouni, The New Arabic Map, 2015, Tusche auf Papier, 30 x 24,5 cm
Ausstellungsansicht, 2020