zum Hauptinhalt springen

Island of Foam - Schaumaktion vor dem Holstentor 

Für einen Abend wurde der Vorplatz des Holstentors zur Bühne einer spektakulären Kunstaktion: Mit Island of Foam ließ die Künstlerin Stephanie Lüning eine farbenfrohe Schaumlandschaft entstehen, die sich mit dem Wind ständig veränderte und Besucher:innen zum Mitmachen einlud.

Aus zwei Schaumkanonen quollen gelbe, rosa und blaue Schaumberge, die sich über den Platz ausbreiteten. Der Schaum, hergestellt aus biologisch abbaubarem Spülmittel und Lebensmittelfarbe, wurde vom Wind erfasst, türmte sich zu weichen Hügeln auf und zog in immer neuen Formen über das Gelände.

Dabei stand die Aktion zunächst unter keinem guten Stern: Starke Windböen mit Geschwindigkeiten von über 50 km/h führten am Nachmittag dazu, dass die ursprünglich geplante Durchführung abgesagt werden musste. Ein kurzer Testlauf hatte gezeigt, wie unkontrollierbar sich der Schaum bei diesen Bedingungen ausbreitete. Die Aktion wurde daraufhin kurzerhand auf den Abend verschoben. Trotz der Enttäuschung vieler bereits angereister Besucher:innen füllte sich der Platz am frühen Abend erneut.

Kurz nach 19 Uhr war es schließlich so weit: Die ersten Schaummassen wurden unter großem Jubel in die Luft entlassen. Mit jeder neuen Windböe bewegten sich die farbigen Formationen über die Köpfe des Publikums hinweg, hoben ab und verschwanden teilweise sogar hinter dem Tor im Abendhimmel.

Rund 3.000 Menschen verschiedensten Alters aus Lübeck und Umgebung verfolgten die Aktion vor Ort. Island of Foam zeigte eindrücklich, wie Kunst im öffentlichen Raum neue Zugänge schaffen und unterschiedliche Menschen zusammenbringen kann.

Lünings Arbeiten greifen gezielt in urbane Räume ein und verwandeln vertraute Orte für kurze Zeit in beinahe traumartige Szenerien. Auch in Lübeck wurde ein Ort mit hoher historischer Bedeutung neu erfahrbar gemacht: Das Holstentor, einst Teil der Stadtbefestigung und Symbol der hansestädtischen Geschichte, wurde zum Schauplatz einer flüchtigen, farbenfrohen Intervention. Die lateinische Inschrift „Concordia domi foris pax“ – Eintracht nach innen, Frieden nach außen – bildete dabei einen inhaltlichen Bezugspunkt für die Künstlerin. Mit den aus dem Stadttor herausströmenden Regenbogenfarben setzte sie ein visuelles Zeichen für Offenheit, Vielfalt und ein friedliches Miteinander.