Female View

Modefotografinnen von der Moderne bis zum Digitalen Zeitalter

20.03.2022 Bis 03.07.2022

Die Ausstellung Female View rückt die, zu Unrecht oft vernachlässigte Modefotografie von Fotografinnen in den Fokus. Dieses Medium wurde über Jahrzehnte von Frauen geprägt. Die Meisten von ihnen haben für einflussreiche Magazine, wie Harpers Bazaar und Vogue gearbeitet und so den Stil ihrer Zeit sowie andere Künstler:innen geprägt. Eine Vielzahl von Ausstellungen zur Modefotografie bildete bislang den männlichen Blick auf den weiblichen Körper ab, anhand dessen, zuweilen zweifelhafter Darstellungen die Kleidungsstücke inszeniert werden. Dabei sind Betrachter:innen dieser Bilder meist weiblich. Diese Problematik verknüpft sich mit dem weiter gefassten Bereich des Mode-Business, das zwar zu großen Teilen auf weibliche Zielgruppen ausgerichtet ist, dessen Vorstandsgremien jedoch vielfach von männlichen Führungspersönlichkeiten besetzt sind. In diesem Kontext lässt sich ebenfalls der gesellschaftliche und politische Wandel nachzeichnen, der sich anhand der weiblichen und männlichen Körperbilder und Mode der verschiedenen Dekaden vollzieht. Die gegenwärtige Modebild-Produktion ist vielfältiger, als sie es noch im 20. Jahrhundert war. Der Blick richtet sich nicht mehr ausschließlich auf vermeintliche Idealbilder von Schönheit. Die Begriffe Schönheit, Geschlechterzuordnung, kulturelle Teilhabe und Identität werden zur Disposition gestellt. Diese Tendenz hat den Mainstream bereits erreicht und spiegelt sich in Werbung sowie TV-Formaten wieder. Um die Bandbreite der heutigen Produktion aufzuzeigen, sind Fotografinnen mit queeren und feministischen Schwerpunkten in ihren Arbeiten ebenso Teil der Künstlerinnenauswahl wie BIPOC. 


In der Ausstellung wird der Wandel des fotografischen Bildes und seine mediale Verbreitung ästhetisch dargestellt und im jeweiligen historischen und gesellschaftlichen Kontext verortet: von der Modezeitschrift über den Ausstellungsraum und das Coffee Table Book bis zur Videoinszenierung und vor allem zur digitalen Selbstinszenierung in den heutigen sozialen Medien, deren Relevanz in der Gegenwart ständig wächst. Die Entwicklung ab den 1930er Jahren wird exemplarisch anhand ausgewählter Positionen dargestellt werden. Diese Auswahl konzentriert sich auf Fotografinnen aus Europa und den USA, mit Streiflichtern auf die Entwicklung in den jeweiligen Mode-Zentren der beschriebenen Zeiträume.

Die nächsten Termine der Ausstellung

SO | 03.07.2022 | 15:00 - 16:00 Uhr
Öffentliche Führung
Öffentliche Führung "Female View"
Öffentliche Führung "Female View"
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Die Sonderausstellung "Female View. Modefotografinnen von der Moderne bis zum Digitalen Zeitalter" legt den Schwerpunkt auf die oft vernachlässigten Werke von weiblichen Modefotografinnen. In dieser Ausstellung liegt der Schwerpunkt auf dem weiblichen Blick von Fotografinnen auf Frauen und Mode. Insgesamt werden rund 150 Fotografien sowie Modevideos von 21 Künstlerinnen gezeigt. Die Liste der in der Ausstellung vertretenen Fotografinnen liest sich wie das „Who‘s Who“ internationaler Fotokünstlerinnen und zeigt herausragende Werke von Deborah Turbeville, der jüdisch-deutschen Fotografin Yva (eigentlich Else Ernestine Neuländer-Simon, sie wurde 1942 im Vernichtungslager Sobibor ermordet), Lee Miller, Regina Relang, Louise Dahl-Wolfe, Sibylle Bergemann (eine der erfolgreichsten Fotografinnen der DDR), Lillian Bassman, Madame D´Ora, Gabo, Ingeborg Hoppe, Nadine Ijewere, Liv Liberg, Ute Mahler, Charlotte March, Sarah Moon, Amber Pinkerton, Bettina Rheims, Charlotte Rohrbach, Alice Springs und Ellen von Unwerth. Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt durch
mehr als 90 Jahre Modefotografie.

Für die Teilnahme an der öffentlichen Führung bitten wir um Anmeldung, Tel.: 0451-122-4137 (Kasse).

Es gelten die aktuellen Coronaregelungen. 

 

Preis: Erwachsene: 12 / Ermäßigte: 8 / Kinder: 6,50 €