Dimensionen der Freiheit.
Carl-Henning Pedersen und Else Alfelt
23.05.2026 – 17.05.2027
Mit Dimensionen der Freiheit widmet sich die Kunsthalle St. Annen erstmals umfassend dem Werk von Else Alfelt und Carl-Henning Pedersen, zwei zentralen Positionen der europäischen Nachkriegsmoderne und wichtigen Vertreter:innen der CoBrA-Bewegung.
Mehr als 150 Arbeiten aus vier Jahrzehnten zeichnen die Entwicklung einer Bildsprache nach, die aus Widerstand, radikaler künstlerischer Selbstermächtigung und kollektiver Kreativität hervorging. Die Ausstellung beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Dimensionen der Freiheit, von der künstlerischen Praxis über das politische und gesellschaftliche Engagement bis zu spirituellen Neuerungen.
Die Begegnung von Else Alfelt und Carl-Henning Pedersen markierte den Beginn einer intensiven künstlerischen wie persönlichen Partnerschaft. Beide wandten sich früh gegen akademische Traditionen und schlossen sich den avantgardistischen Künstler:innengruppen Høst und Helhesten an, die während der deutschen Besatzung Dänemarks aktiv Stellung gegen die nationalsozialistische Ideologie bezogen und sich mit den verfemten Positionen der sogenannten „entarteten Kunst“ solidarisierten.
1948 wurden beide Künstler:innen Teil der internationalen CoBrA-Bewegung, die nach den Traumata des Zweiten Weltkriegs eine Kunst jenseits gesellschaftlicher und akademischer Zwänge vertrat. Als Gründungsmitglied beeinflusste Pedersen mit seinem gestisch-expressiven, von nordischer Mythologie, Folklore und Kinderzeichnungen geprägten Stil die Bewegung nachhaltig. Alfelt hingegen blieb ihrer eigenen Bild- und Formensprache treu. Ihre Arbeiten übersetzen Natur, Spiritualität und kosmische Vorstellungen in reduzierte und kristalline Bildräume aus Bergen, Monden und Sonnen, die sich bewusst von der Ästhetik von CoBrA unterschieden.
Über Jahrzehnte trat Alfelts Werk hinter dem ihrer männlichen Kollegen zurück. Wiederkehrende sexistische Zuschreibungen und strukturelle Ausgrenzung führen exemplarisch die prekäre Position von Künstlerinnen innerhalb der eigentlich progressiven und avantgardistischen Netzwerke der Nachkriegsmoderne vor Augen.
Umso bedeutender erscheint heute die künstlerische Beziehung des Paares, die von gegenseitiger Einflussnahme und Unterstützung geprägt war. Pedersen betonte wiederholt die grundlegende Rolle Alfelts für seine eigene Hinwendung zur Bildenden Kunst. Internationale Aufenthalte unter anderem in Island, Italien, Indien und Japan erweiterten ihre Motivwelten und führten zu kontinuierlichen formalen und thematischen Transformationen. Die Ausstellung schließt mit Pedersens Spätwerk, das nach Alfelts Tod noch über drei Jahrzehnte aus dieser künstlerischen Verbindung schöpfte und sie zugleich reflektierte.
Für die Kunsthalle St. Annen besitzt die Ausstellung eine besondere sammlungshistorische und kulturpolitische Bedeutung. Mit ihren Schwerpunkten auf deutscher und skandinavischer Nachkriegskunst sowie ihrer geografischen Lage im deutschdänischen Grenzraum versteht sich die Präsentation zugleich als Ausdruck historischer und kultureller Verflechtung beider Länder. Damit wird die Ausstellung auch zu einem Statement für grenzüberschreitende kulturelle Zusammenarbeit, ein Gedanke, der tief im Werk beider Künstler:innen verankert ist.
Die erste großangelegte internationale Retrospektive wurde in Zusammenarbeit mit der Carl-Henning Pedersen Foundation, dem Vorsitzenden Finn Poulsen, dem ehemaligen Direktor des ARKEN Museums Christian Gether und dem Institut für Kulturaustausch entwickelt. Begleitend entsteht ein vielschichtiges Vermittlungsprogramm, das die Ausstellung als offenen Denk- und Erfahrungsraum versteht. Mehrsprachige Rundgänge, Workshops und partizipative Formate in der Ausstellung sollen Hemmschwellen abbauen und neue Perspektiven auf Fragen von Freiheit, Kreativität und kollektiver Praxis eröffnen.
Vernissage: 22.05.2026 | 19:00 Uhr
Die nächsten Termine der Ausstellung
2026
ABGESAGT: Wie sieht eine gute Zukunft aus?
++Leider kann dieser Termin nicht stattfinden++
Gemeinsam philosophieren wir über Fragen, die die Werke der Ausstellung „Dimensionen der Freiheit. Carl-Henning Pedersen und Else Alfelt“ aufwerfen. Dabei entwickeln wir eigene Ideen und diskutieren über unterschiedliche Gedanken, Fragen und über mögliche Antworten.
Else Alfelt und Carl-Henning Pedersen haben sich in ihrer Kunst mithilfe von Fantasie, Geheimnis und Gemeinschaft überlegt, wie eine bessere Zukunft aussehen kann.
Gemeinsam wollen auch wir der Frage nach einer besseren Zukunft auf die Spur gehen. Wie sieht eine gute Zukunft aus? Wie kann ich meine Zukunft gestalten? Was nimmt Einfluss darauf, ob meine Zukunft gut wird? Und haben alle Menschen dieselbe Zukunft?
Jenseits von falsch oder richtig philosophieren wir über die Kunstwerke in der Ausstellung „Dimensionen der Freiheit“ und sammeln und diskutieren eigene Ideen und Fragen.
Für Kinder im Alter von 6 - 12 Jahren zusammen mit einer Begleitperson. Die Aufsichtspflicht unterliegt der Begleitperson.
Die Veranstaltung ist Teil des Begleitprogramms der Ausstellung Dimensionen der Freiheit. Else Alfelt und Carl-Henning Pedersen. Weitere Termine des Begleitprogramms finden Sie hier.
Die LÜBECKER MUSEEN bieten jeden Sonntag wechselnde Angebote für Familien mit Kindern und Jugendlichen an. Einen Überblick finden Sie hier.
Preis:
Regulär: 14,00 € (Eintritt)
Kinder und ermäßigungsberechtigte Personen: 0,00 €
Der Workshop selbst ist kostenfrei. Das Ticket umfasst den Eintritt in das Museum. Falls Sie bereits einen Day Pass oder eine Jahreskarte der LÜBECKER MUSEEN besitzen, fällt keine Gebühr an.
2026
Kunst-Mittagspause
Verbringt eure Mittagspause einmal anders! Die Kunst-Mittagspause bietet euch mit kompakten Kurzführungen spannende Einblicke in die Themen der Ausstellung sowie in die künstlerischen Ansätze des Künstler:innenpaares. Im Anschluss habt ihr Gelegenheit, im Kunstcafé mit dem Ausstellungsteam ins Gespräch zu kommen.
Die Veranstaltung ist Teil des Begleitprogramms der Ausstellung Dimensionen der Freiheit. Else Alfelt und Carl-Henning Pedersen. Weitere Termine des Begleitprogramms finden Sie hier.
Preis:
Regulär: 14,00 € (Eintritt)
Kinder und ermäßigungsberechtigte Personen: 0,00 €
Die Kurzführung selbst ist kostenfrei. Das Ticket umfasst den Eintritt in das Museum. Falls Sie bereits einen Day Pass oder eine Jahreskarte der LÜBECKER MUSEEN besitzen, fällt keine Gebühr an.
2026
Sonntagsdialoge in der Kunsthalle
Gemeinsam mit Sonntagsdialoge e.V. laden wir euch ein, jenseits der vertrauten Kreise mit Menschen aus Lübeck über die Kunst in Austausch zu treten. Der Verein begleitet und unterstützt die Integration von Menschen mit Fluchterfahrung und neu Hinzugezogenen in Lübecks Gesellschaft. Als Gruppe erkunden wir die Ausstellung, tauschen uns aus und lernen uns über die Kunst kennen.
Der Rundgang richtet sich in erster Linie an Gruppen des Vereins Sonntagsdialoge, ist aber auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Um für alle Teilnehmenden verständlich zu sein, wird er in einfacherer Sprache durchgeführt und zum Teil übersetzt.
Die Veranstaltung ist Teil des Begleitprogramms der Ausstellung Dimensionen der Freiheit. Else Alfelt und Carl-Henning Pedersen. Weitere Termine des Begleitprogramms finden Sie hier.
Preis:
Regulär: 18,00 € (14,00 € Eintritt plus 4,00 € Führungsgebühr)
Kinder und Personen mit freiem Eintritt: 4,00 € (Führungsgebühr)
Das Ticket enthält den Eintritt in das Museum. Falls Sie bereits einen Day Pass oder eine Jahreskarte der LÜBECKER MUSEEN besitzen, fällt nur die Führungsgebühr an.
Die Teilnehmer:innenzahl ist begrenzt. Falls alle Tickets ausverkauft sind, fragen Sie gerne nach Restkarten an der Kasse.