Art Dinner
Eine Kooperation mit dem Kunstcafé der Diakonie Nord Nord Ost im Museumsquartier St. Annen
Das Format der Art Dinner in der Kunsthalle St. Annen verbindet die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst mit einer gemeinschaftlichen Erfahrung. Besucher:innen haben hier die Möglichkeit, die Künstler:innen der jeweiligen Ausstellung persönlich kennenzulernen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Kunst wird dabei nicht ausschließlich im Ausstellungsraum vermittelt, sondern in einen sozialen Kontext überführt, der Austausch und Begegnung fördert.
Ein zentraler Bestandteil des Formats ist die Zusammenarbeit mit dem inklusiven Kunstcafé der Diakonie Nord Nord Ost. In enger Abstimmung mit den Künstler:innen entstehen Menüs, die inhaltlich auf die jeweilige Ausstellung Bezug nehmen. Auf diese Weise wird die künstlerische Auseinandersetzung um eine kulinarische Ebene erweitert, die unterschiedliche Sinne anspricht und zusätzliche Zugänge eröffnet.
Das Art Dinner wird zudem in Kooperation mit der Tafel Lübeck e.V. realisiert. Die Hälfte der verfügbaren Plätze wird kostenfrei vergeben, um auch Menschen mit geringeren finanziellen Möglichkeiten die Teilnahme zu ermöglichen. Damit leistet das Format einen Beitrag zur sozialen Öffnung der Kunsthalle und stärkt den Anspruch, kulturelle Angebote möglichst breit zugänglich zu machen.
Mehrere Art Dinner fanden im Rahmen der Ausstellung Hello Lübeck statt, unter anderem mit Stephanie Lüning, Benjamin Butter, Christian Jankowski und Nezaket Ekici. Alle Künstler:innen haben ihr künstlerisches Werk hier auch kulinarisch verarbeitet: Stephanie Lüning experimentierte mit Naturfarben, Nezaket Ekici baute Performance-Elemente ein, die sich auf die jeweiligen Gerichte bezogen, Christian Jankowski, als Konzeptkünstler, konzipierte auf Grundlage des Datums seines Dinners ein klassisches Weihnachtsessen im Sommer und Benjamin Butter servierte, ganz im Einklang mit seiner künstlerischen Philosophie, ein Essen, welches sich durch seine Einfachheit und Klarheit auszeichnete.
2025 wurde das Format im Kontext der Ausstellung Verlagert. Die Kunst in Bewegung um ein weiteres Art Dinner ergänzt, das dem Werk von Andy Warhol gewidmet war.
Der Abend begann, wie immer, mit einer kuratorischen Führung durch die Ausstellung. In dieser war unter anderem ein Siebdruck des Holstentor zu sehen, den Warhol im Zuge seines Lübeck-Besuchs im Jahr 1980 anfertigte. Im Anschluss fand das Dinner im Kunstcafé statt. Das Menü orientierte sich an norddeutschen Gerichten, die Warhol damals in der Schiffergesellschaft serviert wurden, darunter Labskaus, Scholle und Kartoffeln.
Ein besonderer Bestandteil des Abends war die Teilnahme von Hanni Reese, die 1980 an der Organisation der damaligen Ausstellung beteiligt war. Sie ergänzte das Programm mit persönlichen Erinnerungen an Warhols Aufenthalt in Lübeck.
Die Art Dinner verdeutlichen, wie sich künstlerische Inhalte durch dialogische und gemeinschaftsorientierte Formate erweitern lassen. Sie schaffen einen Rahmen, in dem Kunst, Austausch und gemeinsames Erleben miteinander verbunden werden.